Überblick
Der Taj Mahal steht am rechten Ufer des Yamuna-Flusses in Agra, Uttar Pradesh, Nordindien, in einer ummauerten Gartenanlage (Charbagh) von etwa 300 mal 300 Metern. Kaiser Shah Jahan (reg. 1628–1658) gab ihn in Auftrag, um seine Lieblingsfrau Arjumand Banu Begum, genannt Mumtaz Mahal („Auserwählte des Palastes“), zu bestatten, die 1631 bei der Geburt eines Kindes starb. Die Bauarbeiten begannen um 1632 und waren bis 1643 weitgehend abgeschlossen, obwohl die Fertigstellungsarbeiten am Garten, den Nebengebäuden und dem Tor noch Jahre andauerten; als leitender Architekt wird traditionell Ustad Ahmad Lahori genannt, der mit einem Korps von Maurern, Kalligraphen und Handwerkern aus dem gesamten Reich und darüber hinaus zusammenarbeitete.
Das Mausoleum erhebt sich auf einer erhöhten Marmorplattform mit vier Minaretten an den Ecken und einer zwiebelförmigen Doppelkuppel, die von einer vergoldeten Spitze gekrönt wird. Die Wände sind mit weißem Makrana-Marmor verkleidet, der mit Halbedelsteinen in Pietra-dura-Technik mit floralen und geometrischen Mustern eingelegt ist – Karneol, Jade, Lapislazuli, Türkis – eine am Mogulhof verfeinerte Technik. Im Inneren befinden sich die Kenotaphe von Mumtaz Mahal und Shah Jahan (die eigentlichen Gräber liegen in einer tieferen Kammer). Das Grabmal wird flankiert von einer Moschee aus rotem Sandstein und einem identischen Jawab (Echogebäude) zur Symmetrie sowie einem monumentalen Tor (Darwaza-i Rauza), das mit kalligrafischen Koraninschriften versehen ist, die nach oben hin an Größe zunehmen und so eine Illusion einheitlicher Höhe erzeugen.

Taj Mahal, Agra, India edit2 | Yann; edited by King of Hearts (CC BY-SA 4.0)
„Sollte ein Schuldiger hier Asyl suchen, so wird er, einem Begnadigten gleich, frei von Sünde. Sollte ein Sünder dieses Gebäude betreten, so sollen all seine vergangenen Sünden abgewaschen werden.“
– Inschrift am Tor des Taj Mahal (Darwaza-i Rauza), Paraphrase koranischer Themen
Der Taj ist das Herzstück einer weitläufigeren Mogullandschaft in Agra, die das Agra-Fort und flussabwärts gelegene Gartengräber entlang des Yamuna umfasst. Britische Kolonialverwalter und später der Archaeological Survey of India führten Konservierungskampagnen durch; Luftverschmutzung und Flussmanagement bleiben anhaltende Herausforderungen für die Erhaltung. Die UNESCO nahm den Taj Mahal 1983 in die Welterbeliste auf; er wird häufig zu den modernen „Sieben Weltwundern“ gezählt und belegt bei den globalen Online-Suchanfragen nach Kulturdenkmälern durchweg einen der Spitzenplätze.
