Überblick
Der Hohle Fels (Hohler Fels, „hohler Fels“) öffnet sich in einem Kalksteinmassiv über dem Achtal bei Schelklingen, Baden-Württemberg. Die Höhle ist im Eingangsbereich etwa 15 m hoch. Ausgrabungen unter Gerhard Bosinski und später Nicholas J. Conard von der Universität Tübingen erbrachten eine aurignacienzeitliche Schichtenfolge, die die Venus vom Hohlen Fels (2008) umfasst, eine weibliche Figur aus Mammutelfenbein, die auf etwa 40.000–35.000 Jahre vor heute datiert wird, sowie Knochen- und Elfenbeinflöten, die zu den ältesten Musikinstrumenten gehören.
Dieselben Schichten erbrachten Darstellungen von Wasservögeln, Pferden und Löwen. 2026 gab Conards Team zwei Vogelfiguren von weniger als 2,5 cm Länge bekannt, geschnitzt aus Mammutelfenbein, aus demselben Horizont wie frühere Miniaturen. Er merkte an, dass ein einzelner Kunsthandwerker (oder eine sehr kleine Tradition) in der Lage war, feine Motive in dieser Größe zu arbeiten.
Die UNESCO nahm 2017 „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ in die Welterbeliste auf; der Hohle Fels ist ein Bestandteil. Vergleiche Chauvet-Höhle für gemalte Bildtafeln ähnlichen Alters und Altamira für spätere magdalénienzeitliche Höhlenkunst.
