Überblick
Ithaca (das moderne Ithaki) liegt östlich von Cephalonia im Ionian Sea, eine steile, mit Pinien bewachsene Insel mit einem geschützten Hafen bei Vathy. Antike Schriftsteller von Homer an verorteten hier das Königreich des Odysseus: felsig, arm an Pferden, doch seinem verbannten König lieb.
Über mehr als zwei Jahrtausende hinweg wandelten Pilger, Gelehrte und Touristen die Pfade auf der Suche nach dem „wahren" Palasthügel.
Die systematische Archäologie begann in den 1930er Jahren und intensivierte sich, nachdem die Generation von Heinrich Schliemann bereits die Aufmerksamkeit auf Troy und Mycenae gerichtet hatte. Ausgrabungen in Pelikata, oberhalb der Bucht von Polis, brachten bronzezeitliche Scherben und Mauern zutage, die zu einer Siedlung der Spätbronzezeit gehören könnten. Die nahegelegene Nymphengrotte (Marmarospilia) erbrachte Votivgaben, die Kultpraxis mit der Seefahrt verbanden. In Stavros zeigt ein kleines archäologisches Museum Funde aus dem Heiligtum der Bucht von Polis, darunter Terrakotta-Masken und bronzene Dreifüße, die über Jahrhunderte hinweg geweiht wurden.

Kephalonia from Stavros - Ithaca (Pilikata) | Antonis Kossyvas (CC BY-SA 4.0)
„Dort liegt ein Land mit Namen Ithaca im Meer, rau, aber ein guter Ernährer der Menschen; nicht reich an Pferden, aber auch nicht arm an Herden."
— Homer, Odyssee IX.27–28 (Paraphrase)
Kein einzelner „Odysseus-Palast" ist zutage getreten, der mit Pylos oder Knossos vergleichbar wäre. Diese Abwesenheit ist aufschlussreich: Homers Ithaca ist möglicherweise ein Konglomerat ionischer Inseln, oder die Hauptstadt könnte unausgegraben unter modernen Dörfern liegen. Jüngste geologische Studien zur Hebung und zum Meeresspiegel stellen fest, wie sich die Küstenlinien seit der Bronzezeit verschoben haben, was eine wortwörtliche Kartenzuordnung erschwert.

Kefallonia IthakiWW | Wikimedia Commons (Public domain)
Die Insel bleibt zentral für die Geographie der Odyssee in der Wissenschaft und in der Populärkultur. Filmproduktionen, die eine homerische Atmosphäre suchen, erkunden oft die ionischen Klippen und Häfen, auch wenn sie anderswo drehen. Leser, die Odysseus' Rückkehr nachverfolgen, können Palace of Nestor, wo Telemachus Nachricht über seinen Vater suchte, mit den Insellandschaften vergleichen, die in den Büchern 13–24 beschrieben werden.
