Überblick
Ephesus liegt nahe der modernen Stadt Selçuk in der Provinz İzmir, wo die Ebene des Kaystros (Küçük Menderes) auf Hügel trifft, die einst eine befestigte Akropolis trugen. Griechen gründeten die Stadt in der frühen Eisenzeit; unter persischer, hellenistischer und römischer Herrschaft wuchs sie zu einem der größten städtischen Zentren im Mittelmeerraum heran, mit einer Bevölkerung, die in der Kaiserzeit Hunderttausende erreicht haben könnte.
Der Artemis-Tempel, auf einer sumpfigen Terrasse wiederaufgebaut, wurde zu einem der Sieben Weltwunder der Antike. Heute markiert eine einzelne wiederaufgerichtete Säule die Tempelplattform; die meisten Skulpturen befinden sich in Museen. Das römische Ephesus ist das, was Besucher durchwandern: die Kuretenstraße, die Fassade der Celsus-Bibliothek, das Große Theater, das schätzungsweise 25.000 Zuschauer fasste, und die Hanghäuser mit Fresken und Mosaikböden unter Schutzdächern.

"Groß ist die Artemis der Epheser!"
— Apostelgeschichte 19,28, die den Protest der Silberschmiede beschreibt (ca. 57 n. Chr.)
Der Hafen, der Ephesus reich machte, versandete zunehmend; in byzantinischer Zeit hatte sich das Meer Kilometer nach Westen zurückgezogen. Ausgrabungen österreichischer Archäologen seit 1895 kartierten die Marmorstadt; türkische und internationale Teams setzen die Arbeiten in den Hanghäusern und am Artemision fort.

Homers Epen verlegen keine Handlung nach Ephesus, aber die ionische Küste gehört zur gleichen griechischsprachigen Welt wie Troja und die Inseln, die Odysseus durchstreift. In der Odyssee erscheint Kleinasien in Geschichten von Stürmen, Raubzügen und Gastfreundschaft; ein späterer Leser kann sich leicht ephesische Häfen in diesem Netzwerk vorstellen. Heute ist Ephesus ein üblicher Landausflug für Reisende, die die Ägäis umrunden, nachdem sie Troja oder die Paläste des griechischen Festlands besucht haben.
Filmteams lieben die Fassade der Celsus-Bibliothek wegen ihrer unmittelbaren Lesbarkeit als „antike Stadt". Die Archäologie belohnt ein langsameres Tempo: Beginnen Sie im Morgengrauen, lesen Sie die Inschriften und denken Sie daran, dass die Stadt lange ein Hafen war, bevor sie zu einer marmornen Kulisse wurde.




