Überblick
Cuicul – der römische Name des heutigen Djemila im Nordosten Algeriens – wurde um 97 n. Chr. unter Nerva als Militärkolonie gegründet, strategisch günstig im Aurès-Gebirge auf etwa 900 Metern Höhe gelegen. Die Stadt entwickelte sich unter den Antoninischen Kaisern rasch zu einer wohlhabenden Bergstadt, die das landwirtschaftliche Hinterland der Hochebene versorgte.
Im Gegensatz zu Küstenstädten, die vom Hafenhandel geprägt waren, beruhte Cuiculs Wohlstand auf Getreide, Olivenöl und Viehzucht aus den umliegenden fruchtbaren Tälern. Der Stadtplan ist außergewöhnlich kohärent: ein Forum, gesäumt von einem Kapitolstempel, einer Basilika und einer Kurie; ein Triumphbogen des Caracalla (216 n. Chr.); ausgedehnte Thermen; und später christliche Basiliken, darunter eine der am feinsten mit Mosaiken geschmückten Kirchen im römischen Afrika.
Der französische Archäologe Albert Ballu grub die Stätte ab 1909 systematisch aus und legte Mosaiken frei, die heute teilweise im Museum vor Ort aufbewahrt werden. Die Gebirgslage der Stadt erforderte Terrassierungen und die Anpassung der üblichen römischen Stadtmodelle an das abschüssige Gelände – ein Fallbeispiel dafür, wie die imperiale Stadtplanung sich der lokalen Geographie anpasste.
Djemila wurde 1982 als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen und als außergewöhnliches Beispiel römischer Stadtplanung, die in eine Berglandschaft integriert ist, anerkannt.

