Überblick
Amisos – eine der bedeutenden Städte der antiken Schwarzmeerküste – liegt unter der modernen Stadt Samsun begraben. Trotz dieses schwierigen archäologischen Kontexts haben Zufallsfunde einige der spektakulärsten antiken Artefakte der Türkei zutage gefördert, darunter bemalte Grabkammern von außergewöhnlicher künstlerischer Qualität.
Als griechische Kolonie gegründet (traditionell von Milesiern, später um 437 v. Chr. von Athenern neu gegründet), wurde Amisos zu einem wichtigen Handelszentrum an der südlichen Schwarzmeerküste. Die Stadt erlangte besondere Bedeutung unter dem Königreich Pontos und diente als eine der Residenzen und Festungen von Mithridates VI. Eupator während seiner Kriege gegen Rom.
"Amisos, eine Stadt in Pontus, gut befestigt und mit einem guten Hafen."
— Strabo, ca. 7 v. Chr. - 23 n. Chr.
Die spektakulärsten Entdeckungen in Amisos sind die bemalten Felsgräber, die auf dem Amisos-Hügel innerhalb der modernen Stadt gefunden wurden. Seit 1995 entdeckt, bewahren diese Gräber – aus hellenistischer und frührömischer Zeit – lebendige Wandmalereien mit floralen Girlanden, architektonischen Elementen und mythologischen Szenen in Farben, die nach zwei Jahrtausenden bemerkenswert leuchtend geblieben sind. Intakte Grabbeigaben, darunter Goldschmuck, Glasgefäße und Bronzeartefakte, begleiteten die Bestattungen.
Die Gräber auf dem Amisos-Hügel wurden zu einem unterirdischen Museum ausgebaut, das Besuchern ermöglicht, die bemalten Kammern in situ zu erleben. Die Funde legen nahe, dass weitere bedeutende Gräber und Strukturen unter Samsun unentdeckt bleiben, und laufende Rettungsgrabungen im Zuge von Bauprojekten fördern regelmäßig neue Funde aus der antiken Stadt zutage.

Samsun - panoramio (11) | sami yılmaz (CC BY 3.0)


