Überblick
Der Topkapi-Palast liegt auf der Landzunge Sarayburnu (Serailspitze) am Zusammenfluss von Goldenem Horn, Bosporus und Marmarameer in Istanbul, Türkei. Mehmed II. ordnete den Bau bald nach der Eroberung Konstantinopels 1453 an; nachfolgende Sultane erweiterten den Komplex im goldenen Zeitalter des 16. Jahrhunderts unter Süleyman dem Prächtigen und den Architekten Sinan. Der Palast diente bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als administratives und residenzielles Zentrum des Osmanischen Reiches, als der Dolmabahçe-Palast zur Hauptresidenz wurde.
Vier Höfe führen von öffentlichen Diwan-Zeremonien zu den privaten Gemächern des Sultans und dem kaiserlichen Harem – einer regierten Institution der Dynastie, nicht bloß ein „Harem“ westlicher Fantasie. Die Schatzkammer zeigt den Topkapi-Dolch und den Löffelmacher-Diamanten; der Raum der heiligen Reliquien birgt Gegenstände, die als Besitz des Propheten Mohammed verehrt werden. Fliesenverkleidungen, Gewölbekammern und Marmorbrunnen veranschaulichen den klassischen osmanischen Hofstil.
Die Republik Türkei wandelte den Palast 1924 in ein Museum um. Er zählt zu den meistbesuchten Museen der Welt und ergänzt die Hagia Sophia und die Blaue Moschee in der historischen Halbinsel Istanbuls, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
