Überblick
Trabzon – das antike Trapezus, das mittelalterliche Trapezunt – ist eine der historisch bedeutendsten Städte am Schwarzen Meer, gelegen auf einer Klippe über dem Meer mit den dramatisch aufragenden Pontischen Alpen im Hintergrund. Gegründet als griechische Kolonie um 756 v. Chr. (traditionell von Siedlern aus Sinope), wurde die Stadt berühmt, als Xenophons Zehntausend griechische Söldner sie 400 v. Chr. erreichten und nach ihrem legendären Marsch aus Persien „Thalatta! Thalatta!“ (Das Meer! Das Meer!) riefen.
Die Stadt erlebte ihre größte Blüte als Hauptstadt des Kaiserreichs Trapezunt (1204–1461), eines Nachfolgestaats des Byzantinischen Reiches, gegründet von der Dynastie der Komnenen nach dem vierten Kreuzzug und der Plünderung Konstantinopels. Über 250 Jahre lang war Trapezunt ein unabhängiges griechisches Reich und ein entscheidender Endpunkt der Seidenstraße, wo Waren aus Zentralasien, Persien und dem Kaukasus die Märkte des Mittelmeerraums erreichten.
"Trapezus ist eine griechische Stadt in Kolchis, eine Kolonie der Sinopeer."
— Xenophon, ca. 400 v. Chr.
Das Kaiserreich Trapezunt war das allerletzte Fragment der byzantinischen Welt, das fiel, und ergab sich 1461 Mehmed II., acht Jahre nach dem Fall Konstantinopels. Diese Besonderheit verleiht der Stadt einen bewegenden Platz in der Geschichte als das letzte Kapitel der römisch-byzantinischen Tradition, die über zwei Jahrtausende zurückreicht.
Die Hagia Sophia von Trabzon, erbaut im 13. Jahrhundert, ist eine der schönsten byzantinischen Kirchen in der Türkei und weist außergewöhnliche Fresken mit biblischen Szenen und Heiligen auf. Die Stadt bewahrt auch ihre mittelalterliche Zitadelle, osmanische Herrenhäuser und eine bemerkenswerte Lage, die die Küstenstraße zwischen Anatolien und dem Kaukasus beherrscht.

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