Überblick
Tipasa liegt auf einer felsigen Landzunge, die an der algerischen Küste ins Mittelmeer ragt, etwa 70 Kilometer westlich von Algier. Ursprünglich eine phönizische und später punische Handelssiedlung, wurde sie unter Kaiser Claudius im Jahr 46 n. Chr. zur römischen Kolonie erhoben und entwickelte sich zu einer wohlhabenden Provinzstadt — eine der wenigen römischen Städte in Nordafrika, die an der Küste und nicht im Landesinneren angelegt wurde.
Die Ruinen erstrecken sich entlang der Klippenkante über dem Meer: ein Forum, eine große Basilika, ein Theater, Tempel, Badehäuser und ausgedehnte frühchristliche Friedhöfe säumen den Küstenweg. Am Rande des Geländes erhebt sich das Große Mausoleum — ein massives rundes Grabmonument mit 61 Metern Durchmesser und 32 Metern Höhe, das als Grab des Berberkönigs Juba II. und seiner Frau Kleopatra Selene II. (Tochter von Marcus Antonius und Kleopatra von Ägypten) gilt.
Tipasa wurde im 5. Jahrhundert von den Vandalen geplündert, unter byzantinischer Herrschaft wieder aufgebaut und in der frühen islamischen Zeit aufgegeben. Der Schriftsteller Albert Camus, der in der Nähe aufwuchs, verfasste zwei berühmte Essays ("Hochzeit in Tipasa", 1938; "Rückkehr nach Tipasa", 1952), die die Ruinen nutzen, um über Schönheit, das Absurde und das mediterrane Licht zu meditieren — was den Ort zu einem der literarischsten aller antiken Ruinen macht. Die UNESCO nahm ihn 1982 auf.
