Überblick
Tlos ist eine der sechs Hauptstädte des Lykischen Bundes und gehört zu den ältesten kontinuierlich bewohnten Siedlungen Lykiens. Sein felsiger Akropolishügel erhebt sich dramatisch über das Xanthos-Tal und bietet beherrschende Ausblicke auf die umliegenden Berge und die fruchtbare Ebene. Die Stätte zeugt von fast vier Jahrtausenden Besiedlung, von Anfängen in der Bronzezeit bis in die osmanische Zeit.
Die Felswand der Akropolis ist mit aufwändigen lykischen Felsgräbern behauen, darunter das berühmte Bellerophon-Grab – geschmückt mit einem Relief, das den mythologischen Helden auf Pegasus reitend darstellt. Unterhalb der Akropolis liegt ein gut erhaltener römischer Theaterbau mit Sitzplätzen für 3.400 Zuschauer, der zum Tal ausgerichtet ist. In der Nähe stehen die Überreste römischer Bäder, einer Agora und einer Säulenstraße.
"Tlos, eine Stadt der Lykier, liegt auf einem hohen Berg."
— Strabo, ca. 7 v. Chr. - 23 n. Chr.
Tlos erscheint in hethitischen Aufzeichnungen als "Dalawa" oder "Tlawa", was seine antike Herkunft bestätigt. Es gehörte zu den Städten, die den Lykischen Bund gründeten, und Inschriften bezeugen seinen Status als eines der am höchsten geehrten Mitglieder Lykiens mit drei Stimmen in der Bundesversammlung.
Eine osmanische Festung krönt den Gipfel der Akropolis, erbaut über früheren Befestigungsanlagen. Der Kriegsherr Kanlı Ali Ağa machte Tlos im 19. Jahrhundert zu seiner Festung und fügte der ohnehin schon geschichteten archäologischen Landschaft eine weitere Ebene hinzu. Die Lage der Stätte – umgeben von bewaldeten Bergen mit der nahegelegenen Saklıkent-Schlucht – gehört zu den landschaftlich reizvollsten in Lykien.

Gewölbte Ruinen der antiken Stadt Tlos | Buğra Kaan Ersoy (CC BY-SA 4.0)


