Überblick
Side war eine der bedeutendsten Hafenstädte des antiken Pamphyliens und liegt auf einer markanten Halbinsel, die an der südlichen türkischen Küste ins Mittelmeer ragt. Die Stadt wurde um das 7. Jahrhundert BCE von äolischen griechischen Siedlern gegründet; ihr Name leitet sich von einem alten anatolischen Wort für „Granatapfel“ ab.
Die Stadt erreichte ihren Höhepunkt unter römischer Herrschaft im 2. und 3. Jahrhundert CE, als sie zu einem blühenden Zentrum für den Sklavenhandel und den Olivenölhandel wurde. Ihr gewaltiges Theater, das Platz für etwa 15.000 bis 20.000 Zuschauer bot, ist das größte in Pamphylien und wurde gegen das flache Gelände mit einer Unterkonstruktion aus Bögen errichtet – eine ingenieurtechnische Lösung, die es von den in Hanglage gebauten griechischen Theatern unterschied.
"Side ist eine Stadt in Pamphylien, die an der Küste liegt und einen Hafen besitzt."
— Strabo, ca. 7 v. Chr. - 23 n. Chr.
Der Apollontempel mit seinen fünf wiederaufgerichteten korinthischen Säulen vor der Kulisse des mediterranen Sonnenuntergangs ist zu einem der ikonischsten archäologischen Motive der Türkei geworden. Daneben stand der Tempel der Athena, der Schutzgöttin der Stadt. Das monumentale Stadttor, die Säulenhalle der Agora, die römischen Bäder (heute das Side-Museum) und das Nymphäum zeugen vom Reichtum, der durch diesen maritimen Knotenpunkt floss.
Side bewahrt zudem eine der vollständigsten römischen Stadtmauern der Türkei, die sich vom Haupttor über die Halbinsel erstreckt und mit Türmen und Verteidigungsanlagen intakt erhalten ist.

Antike Stadt Side | Litobates (CC BY-SA 4.0)

