Überblick
Phaselis nimmt eine der natürlich schönsten Lagen aller antiken Städte im Mittelmeerraum ein. Auf einer schmalen, kiefernbewaldeten Halbinsel zwischen drei natürlichen Häfen an der lykischen Küste erbaut, genoss die Stadt die Vorteile mehrerer geschützter Ankerplätze – eines Nordhafens, eines Südhafens und eines Militärhafens – was sie zu einer entscheidenden Zwischenstation für den Seehandel zwischen der Ägäis und der Levante machte.
Gegründet von rhodischen Kolonisten im 7. Jahrhundert BCE (die Überlieferung datiert die Gründung auf 690 BCE), gedieh Phaselis durch Seehandel. Die Stadt entrichtete Tribut an persische Könige, hieß Alexander den Großen willkommen, der hier 334 BCE überwinterte (die Bürger überreichten ihm eine goldene Krone), und blühte unter römischer Herrschaft auf, bis sie in der byzantinischen Zeit allmählich verfiel.
"Phaselis ist eine Stadt in Lykien, eine Handelsstation mit drei Häfen."
— Strabo, Geographica (ca. 7 v. Chr. - 23 n. Chr.)
Die Ruinen erstrecken sich entlang des Rückgrats der Halbinsel. Eine breite, gepflasterte Hauptstraße verläuft vom Südhafentor vorbei an Geschäften, Bädern und einer Agora bis zum Nordhafen. Das Aquädukt, das frisches Wasser aus den Bergen hinter der Stadt heranführte, ist in beeindruckenden Abschnitten erhalten. Römische Bäder, ein Theater mit Blick auf den Nordhafen und die Überreste des monumentalen Hadrianstors (errichtet für den Besuch des Kaisers im Jahr 129 CE) prägen die Landschaft.
Die Integration der Stätte in ihre natürliche Umgebung ist bemerkenswert. Antike Mauern ragen aus Kiefernwurzeln hervor, Sarkophage stehen zwischen Wildblumen, und die Häfen, die die ersten Siedler anzogen, bieten noch immer geschützte Badebuchten. Phaselis ist heute Teil des Beydaglari Coastal National Park.

Phaselis axb01 | Alexander Buschorn at de.wikipedia (CC BY-SA 3.0)


