Überblick
Laodikeia am Lykos war eine der wohlhabendsten Städte im römischen Kleinasien, gelegen am strategischen Knotenpunkt wichtiger Handelsrouten im Lykostal der Westtürkei. Gegründet Mitte des 3. Jahrhunderts BCE vom seleukidischen König Antiochos II. und nach seiner Frau Laodike benannt, gedieh die Stadt durch Bankwesen, Textilproduktion (berühmt für ihre glänzende schwarze Wolle) und die Herstellung von Pharmazeutika (insbesondere das "Phrygische Pulver" als Augensalbe).
Die Stadt ist eine der sieben Gemeinden, die in der Offenbarung des Johannes (3,14-22) angesprochen werden, wo sie dafür gerügt wird, "lauwarm" zu sein – weder heiß noch kalt. Diese Metapher könnte sich auf die Wasserversorgung der Stadt beziehen: aus heißen Quellen bei Hierapolis und kalten Quellen von Kolossai herbeigeleitet, erreichte das Wasser Laodikeia lauwarm und mineralhaltig.
"Ich kenne deine Werke: Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien."
— Offenbarung des Johannes (um 95 n. Chr.)
Jüngste türkische Ausgrabungen seit 2003 haben das Verständnis der Stätte grundlegend verändert. Das Stadion, eines der größten in Anatolien mit über 280 Metern Länge, wurde teilweise freigelegt. Eine monumentale heilige Agora, zwei Theater, ein Nymphäum, ein Bouleuterion und mehrere Kirchenstrukturen aus der frühbyzantinischen Zeit wurden aufgedeckt. Die Laodikeia-Kirche, entdeckt im Jahr 2010, enthält gut erhaltene Bodenmosaike und gehört zu den ältesten identifizierten Kirchengebäuden in der Westtürkei.
Die Stadt wurde durch Erdbeben im 1. Jahrhundert CE zerstört, war jedoch so wohlhabend, dass sie römische Finanzhilfe für den Wiederaufbau ablehnte und die Rekonstruktion vollständig aus eigenen Mitteln finanzierte – eine Tatsache, die von Tacitus mit Bewunderung vermerkt wurde.

Gemeinde von Laodizea (Denizli) | Lotus0888 (CC0)


