Überblick
Die Osterinsel liegt im südöstlichen Pazifischen Ozean, 3.700 Kilometer westlich von Chile und 2.075 Kilometer von der nächstgelegenen bewohnten Insel – Pitcairn – entfernt. Mit 163 Quadratkilometern ist sie einer der isoliertesten dauerhaft bewohnten Orte der Erde. Sie wurde von polynesischen Seefahrern, vermutlich von den Marquesas- oder Mangareva-Inseln, irgendwann zwischen 700 und 1200 n. Chr. besiedelt – eine außergewöhnliche Leistung der Hochseenavigation.
Die Rapa Nui, die die Insel besiedelten, entwickelten eine einzigartige Kultur, deren sichtbarster Ausdruck die Moai sind: große, langgesichtige Steinfiguren mit durchschnittlich 4 Metern Höhe und 12,5 Tonnen Gewicht, gehauen aus dem vulkanischen Tuffstein des Steinbruchs Rano Raraku an der Ostseite der Insel. Mindestens 900 Moai wurden gehauen; etwa 400 blieben unvollendet im Steinbruch, und rund 300 wurden zu Ahu (steinerne Plattformaltäre) entlang der Küste transportiert, wo sie mit dem Rücken zum Meer errichtet wurden und über die Dörfer ihrer Clans wachten. Der größte errichtete Moai ist 10 Meter hoch; der größte im Steinbruch misst 21 Meter.
Der Transport der Moai – einige bis zu 80 Tonnen schwer – vom Steinbruch zu den Ahu über die Insel ohne Metallwerkzeuge oder Radfahrzeuge ist eines der großen technischen Rätsel der Antike. Moderne Experimente deuten darauf hin, dass die Statuen möglicherweise aufrecht gehend, von Seite zu Seite schaukelnd, mit Seilen bewegt wurden. Die Moai trugen Haarknoten (Pukao) aus rotem Vulkanschlackenstein, die ihr häuptlingsähnliches Erscheinungsbild betonten. Alle aufrecht stehenden Moai wurden schließlich umgestürzt, wahrscheinlich während innerklanischer Kriege im 17. und 18. Jahrhundert.
Der Rapa Nui National Park wurde 1995 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Die Insel ist ein Territorium Chiles.
