Überblick
Dara ist eine der beeindruckendsten und am wenigsten bekannten antiken Festungsstädte in der Türkei, die sich aus den mesopotamischen Ebenen bei Mardin, nur 18 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, erhebt. Erbaut zwischen 505–507 n. Chr. vom byzantinischen Kaiser Anastasius I. als militärischer Stützpunkt, um der sasanidisch-persischen Festung in Nisibis (dem heutigen Nusaybin) entgegenzuwirken, wurde Dara zu einer der beeindruckendsten militärischen Anlagen der spätrömischen Welt.
Die markantesten erhaltenen Merkmale der Stadt sind ihre massiven unterirdischen Zisternen und Wassermanagementsysteme – tief in den Felsgrund gehauen, um die Garnison während längerer Belagerungen zu versorgen. Die Hauptzisterne ist ein riesiger gewölbter Raum, der von Säulenreihen gestützt wird und eine unterirdische Kathedrale der Ingenieurskunst bildet. Über der Erde stehen Teile der massiven Verteidigungsmauern, Türme und Tore noch, die die römische Militärtechnik auf ihrem höchsten Entwicklungsstand demonstrieren.
"Anastasius errichtete im Gebiet der Perser eine sehr starke Stadt namens Dara."
— Prokopios von Caesarea, um 550 n. Chr.
Dara war Schauplatz eines der berühmtesten spätrömischen Militärsiege – der Schlacht von Dara im Jahr 530 n. Chr., in der der junge General Belisar eine viel größere sasanidische Armee mit innovativen taktischen Formationen besiegte. Diese Schlacht, die vom Historiker Prokop detailliert beschrieben wurde, begründete Belisars Karriere als einer der größten Generäle der byzantinischen Geschichte.
Die umgebende Landschaft bewahrt eine ausgedehnte, in den Fels gehauene Nekropole mit Hunderten von in Klippenwände gemeißelten Gräbern, viele mit architektonischen Fassaden. Auch die Steinbrüche, die das Baumaterial für die Festung lieferten, sind sichtbar und geben Einblick in den enormen Bauaufwand, der erforderlich war, um eine ganze Stadt in nur zwei Jahren zu errichten.
Dara P1030851 20080424091200 | Nevit Dilmen (CC BY-SA 3.0)

