Überblick
Çayönü Tepesi liegt etwa 7 km südwestlich von Ergani in der Provinz Diyarbakır auf einer Schwemmterrasse am Boğazçay. Der Hügel erstreckt sich in Ost-West-Richtung über rund 350 m. Die Universität Istanbul und die University of Chicago gruben ab 1964 unter Halet Çambel und Robert J. Braidwood; spätere Kampagnen wurden unter Mehmet Özdoğan und anderen fortgeführt. Die Besiedlung reicht von der Mitte des 10. Jahrtausends v. Chr. bis in das keramische Neolithikum, mit späterer Wiedernutzung in der Bronzezeit.
Die architektonische Abfolge ist ein Lehrbuchbeispiel früher Dorfplanung: Rundhütten, Grillplan-Gebäude mit parallelen Fundamentgräben, Zellplan-Häuser und Großraumstrukturen. Das sogenannte Schädelgebäude enthielt Hunderte menschlicher Schädel. Terrazzoböden, ein Plattenplatz und aufrecht stehende Steine belegen gemeinschaftliche Arbeit vor der Keramik. Das Kupferrevier von Ergani liegt in der Nähe. Kupferperlen und Malachit erscheinen ab etwa 9100 v. Chr. und zählen zu den frühesten mineralischen Schmuckstücken im Nahen Osten.
In der Kampagne 2026 unter Leitung von Assoc. Prof. Savaş Sarıaltun von der Çanakkale Onsekiz Mart Universität wurde in der westlichen Siedlung eine Werkstatt von etwa 5 m² freigelegt. Sechs Pfostenlöcher umgeben einen steingepflasterten Arbeitsboden. Zu den Funden gehören roher und teilweise bearbeiteter Malachit, Kupferperlen und andere Kupferobjekte (im weiteren Grabungsschnitt rund 42 Malachit- und Kupferstücke). Minister Mehmet Nuri Ersoy gab das Ergebnis Anfang September 2026 bekannt. Die Werkstatt datiert auf etwa 6900–6800 v. Chr., zwei Jahrtausende nach der ersten Kupfer-/Malachitnutzung am Ort. Scherben des frühen keramischen Neolithikums und der Proto-Hassuna-Kultur im selben westlichen Sektor werden vorläufig auf 6800–6600 v. Chr. datiert.
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