Überblick
Çatalhöyük ist ein großer neolithischer Siedlungshügel in der Konya-Ebene Zentralanatoliens. Die Stätte besteht aus zwei Hügeln – dem größeren Osthügel, der auf etwa 7400 bis 6200 BCE datiert, und dem kleineren Westhügel, der auf etwa 6200 bis 5600 BCE datiert.
Auf seinem Höhepunkt beherbergte die Siedlung möglicherweise zwischen 3.500 und 8.000 Menschen, was sie zu einer der größten bekannten neolithischen Gemeinschaften macht. Die Häuser wurden direkt aneinander gebaut, ohne Straßen; der Zugang erfolgte über Öffnungen im Dach, von denen Leitern in die Wohnbereiche hinabführten.
"Die Häuser sind aneinander gebaut, ohne Straßen, und man betritt sie durch das Dach."
— James Mellaart (Archäologe), ca. 1960er Jahre
Die Stätte ist berühmt für ihre aufwendigen Wandmalereien, Stuckreliefs und Figurinen. Die Malereien zeigen Jagdszenen, geometrische Muster und möglicherweise Landschaftsansichten. Die berühmte „Göttinnenfigurine“, die an der Stätte gefunden wurde, ist eines der bekanntesten Artefakte des neolithischen Anatoliens.
Çatalhöyük wurde erstmals von James Mellaart zwischen 1961 und 1965 ausgegraben. Ein langfristiges Forschungsprojekt unter der Leitung von Ian Hodder von der Stanford University lief von 1993 bis 2018 und schuf eine der am gründlichsten dokumentierten neolithischen Ausgrabungen der Welt.

Çatalhöyük, 7400 v. Chr., Konya, Türkei - UNESCO-Welterbestätte, 02 | Murat Özsoy 1958 (CC BY-SA 4.0)

