Überblick
Amasya liegt in einem engen Tal, das der Yeşilırmak (Iris) Fluss durch die Berge Nordanatoliens gegraben hat. Die Stadt diente als königliche Hauptstadt und Begräbnisstätte der Könige von Pontus, deren direkt in die steilen Kalksteinklippen über dem Fluss gemeißelten Felsgräber ihr dramatischstes Merkmal bleiben. Fünf monumentale Königsgräber aus dem 3. bis 1. Jahrhundert BCE sind von der gesamten Stadt aus sichtbar; ihre dunklen rechteckigen Öffnungen sind ein eindringliches Zeugnis der pontischen Königsmacht.
Die strategische Lage der Stadt am Kreuzungspunkt der Routen, die die Schwarzmeerküste mit dem anatolischen Inland verbinden, sicherte ihre Bedeutung über mehrere Zivilisationen hinweg. Unter römischer Herrschaft brachte Amasya den Geographen Strabon (geb. um 64 BCE) hervor, einen der bedeutendsten Schriftsteller der antiken Welt. Später wurde die Stadt ein wichtiges osmanisches Zentrum und beherbergte eine Prinzen-Schule (şehzade sancağı), in der zukünftige Sultane in Staatsführung ausgebildet wurden.
"Amaseia, eine natürliche Festung, ist der königliche Sitz der Könige, wo die Gräber der Könige in den Fels gehauen sind."
— Strabo, ca. 7 v. Chr.
Osmanische Holzvillen (yalıboyu evleri) säumen die Flussufer, deren Spiegelungen im Wasser eine der meistfotografierten Stadtlandschaften der Türkei bilden. Über der Stadt krönt eine massive Festung aus pontischer Zeit den Bergrücken, die durch einen in den Fels geschlagenen Tunnel mit dem Flusstal verbunden ist. Die historischen Schichten der Stadt – pontische Gräber, römisches Erbe, seldschukische Moscheen, osmanische Villen – koexistieren in einer bemerkenswert kompakten Umgebung.

Gegen die Amasya-Berge | Yiğit Can GÜNÖNÜ (CC BY-SA 4.0)

