Überblick
Die Akropolis von Athen ist ein oben abgeflachter Fels, der sich etwa 150 Meter über die Attische Ebene erhebt und dessen natürliche Klippen auf drei Seiten Verteidigungsanlagen bilden. Die menschliche Besiedlung reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, doch die Bauwerke, die den Ort prägen, stammen hauptsächlich aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., als Athen, bereichert durch den Attischen Seebund und unter der Führung von Perikles, ein Bauprogramm unter den Architekten Iktinos, Kallikrates, Mnesikles und dem Bildhauer Phidias in Angriff nahm. Die Propyläen (monumentales Eingangstor), der Tempel der Athena Nike, das Erechtheion (mit seiner Korenhalle) und vor allem der Parthenon – Tempel der Athena Parthenos – verwandelten die Zitadelle in eine einheitliche sakrale Landschaft, die von der ganzen Stadt aus sichtbar war.
Der Parthenon (447–432 v. Chr.) ist ein dorischer Peripteros aus pentelischem Marmor, der Phidias' chryselephantine Athena-Statue beherbergte; sein Skulpturenprogramm (Metopen, Fries, Giebelfelder) ist weiterhin von zentraler Bedeutung für die Kunstgeschichte. Das Erechtheion vereint mehrere Kulte, darunter den der Athena und des Poseidon-Erechtheus, auf unebenem Grund, der im Mythos heilig war. Ältere archaische Tempel, die von den Persern 480 v. Chr. zerstört worden waren, gingen diesen klassischen Bauten voraus; Spuren sind in Aufschüttungen und Fundamenten erhalten.

"Denn obwohl sie in kurzer Zeit entstanden, waren sie für eine sehr lange Dauer geschaffen. Jedes Werk von eigener Schönheit war im Augenblick seiner Erschaffung bereits ehrwürdig."
— Plutarch, Leben des Perikles 13.5, über das Bauprogramm der Akropolis (1. Jahrhundert n. Chr.)

"Besteigt man die Akropolis, findet man die Propyläen, den Tempel der Athena Nike und den Parthenon – eine Triade der Meisterschaft des fünften Jahrhunderts."
— Pausanias, Beschreibung Griechenlands I.22–24 (zusammengesetzte Paraphrase)

In der Antike war die Akropolis vorwiegend religiös und nicht als Wohnstätte genutzt. Römische, byzantinische, fränkische und osmanische Phasen fügten Veränderungen hinzu, eine Kirche im Parthenon und später ein Pulvermagazin – dessen Explosion 1687 während der venezianischen Belagerung den Parthenon zerstörte. Mit der griechischen Unabhängigkeit begannen systematische Ausgrabungen und Anastylose; das Akropolismuseum (2009) zeigt Skulpturen in klimatisierten Galerien. Die UNESCO nahm die Stätte 1987 in die Welterbeliste auf. Die jährlichen Besucherzahlen übersteigen vier Millionen, womit die Akropolis Griechenlands meistbesuchtes archäologisches Ziel ist.

