Überblick
Der Mapungubwe Hill erhebt sich unvermittelt aus der Limpopo-Aue an der Stelle, wo die Grenzen des heutigen Südafrika, Simbabwe und Botsuana aufeinandertreffen. Zwischen etwa 900 und 1290 n. Chr. war er die Hauptstadt des ersten komplexen Staates im südlichen Afrika — ein Königreich, das den Handel mit Elfenbein, Gold und Kupfer kontrollierte und über die Swahili-Küste mit der Welt des Indischen Ozeans verbunden war.
Die Stätte zeichnet sich durch die bewusste Trennung der herrschenden Elite von der allgemeinen Bevölkerung aus. Der König und sein Hof lebten auf dem unzugänglichen Sandsteinhügel (erreichbar nur über eine verborgene Felsspalte), während die Bevölkerung die Ebenen darunter bewohnte. Diese räumliche Machttrennung ist das früheste bekannte Beispiel des Simbabwe-Musters der Herrschaftsausübung, das später in Great Zimbabwe weiterentwickelt wurde.
Die spektakulärsten Funde aus den königlichen Gräbern auf dem Hügel sind Goldobjekte: ein Nashorn, eine Schale und ein Zepter aus Goldfolie, hergestellt durch das Umwickeln von geschnitzten Holzkernen mit Blattgold. Das Nashorn ist heute das nationale Symbol Südafrikas und wird an der Universität Pretoria ausgestellt. Aus den Gräbern stammen auch Glasperlen aus Indien und China, die den Fernhandel bestätigen. Mapungubwe wurde 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
