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Atlas AnatoliaAtlas Anatolia
Paläolithische Malereien von Pferden in der Halle der Stiere, Lascaux

Kontinentrekord

Früheste bekannte Stätte: Europa

Lascaux

Grotte de Lascaux17000 v. Chr. – 13000 v. Chr.

Datierung der Gemälde

ca. 17.000–15.000 v. Chr.

Darstellungen

~600 Gemälde und 1.500 Gravuren

Entdeckung

12. September 1940

Für die Öffentlichkeit geschlossen

1963 (Algen- und Pilzschäden durch CO₂)

Replik (Lascaux IV)

Eröffnet 2016, maßstabsgetreue Höhlenreplik

UNESCO

UNESCO-Welterbestätte (Vézère-Tal) seit 1979

Lascaux beweist, dass die kognitive Fähigkeit für komplexe darstellende Kunst – akkurate naturalistische Wiedergabe von Bewegung, perspektivische Überschneidungen, zusammengesetzte Szenen – beim Menschen bereits vor mindestens 17.000 Jahren voll entwickelt war, vermutlich sogar noch viel früher.”

Überblick

Lascaux ist ein Höhlensystem im Vézère-Tal, Dordogne, Südwestfrankreich, 1,5 km nördlich des Dorfes Montignac. Es wurde am 12. September 1940 von vier Jugendlichen entdeckt, die einem Fuchs in einen Schacht folgten. Die Höhle enthält etwa 600 Gemälde und 1.500 Gravuren auf einer Gesamtfläche von rund 250 Quadratmetern. Die Darstellungen – datiert auf etwa 17.000–15.000 v. Chr. durch Radiokarbondatierung von Holzkohle und Thermolumineszenzdatierung von Feuersteinwerkzeugen – zeigen Pferde (das häufigste Motiv), Auerochsen, Hirsche, Bisons, Bären, ein Nashorn, einen Vogel und eine einzigartige Szene (die „Schachtszene“) mit einer vogelköpfigen menschlichen Figur neben einem verwundeten Bison und einem Nashorn. Die verwendeten Pigmente waren mineralischen Ursprungs – Ocker, Eisenoxid, Mangandioxid, Holzkohle – mit tierischem Fett gemischt und mit Ballen, Pinseln und durch Blasen durch Röhrchen aufgetragen. Einige Bilder nutzen die natürliche Reliefstruktur des Felsens, um dreidimensionale Illusionen zu erzeugen. Lascaux wurde 1948 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, aber 1963 geschlossen, nachdem CO₂ und Feuchtigkeit aus dem Atem der Besucher zu Algen- und Pilzbewuchs auf den Gemälden führten. Eine genaue Replik (Lascaux II) wurde 1983 200 m von der Originalhöhle entfernt eröffnet; eine verbesserte Ganzhöhlenreplik (Lascaux IV) wurde 2016 eröffnet.

Warum es wichtig ist

Lascaux beweist, dass die kognitive Fähigkeit für komplexe darstellende Kunst – akkurate naturalistische Wiedergabe von Bewegung, perspektivische Überschneidungen, zusammengesetzte Szenen – beim Menschen bereits vor mindestens 17.000 Jahren voll entwickelt war, vermutlich sogar noch viel früher. Die Gemälde sind nicht primitiv: Die Auerochsen in Lascaux sind mit einem Verständnis für Tieranatomie und Bewegung gestaltet, das für Jahrtausende nicht übertroffen wurde. Die „Schachtszene“ – ein Mann, ein Vogel, ein verwundeter Bison und ein Nashorn – ist die älteste bekannte narrative Szene in der menschlichen Kunst, die möglicherweise eine Jagd, einen Mythos oder eine Vision darstellt. Die Entscheidung, Lascaux 1963 für die Öffentlichkeit zu schließen – das erste Mal, dass eine bedeutende Kulturstätte zum Schutz geschlossen wurde – setzte einen weltweit richtungsweisenden Präzedenzfall für Denkmalschutz vor Tourismus.

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Belege & Deutung

Unterscheidung zwischen Gesichertem und Umstrittenem.

Gesicherte Fakten

2
  • Die Radiokarbondatierung von Holzkohlefragmenten, die mit den Gemälden assoziiert sind, und die Beschleuniger-Massenspektrometrie-Datierung von organischem Material in den Pigmenten ergeben eine Datierungsspanne von etwa 17.000–15.000 v. Chr. für die Hauptmalereisequenzen.
  • Mineralanalysen der Pigmente bestätigen, dass es sich um Ocker (gelbe und rote Eisenoxide), Mangandioxid (schwarz) und Holzkohle handelt, übereinstimmend mit der bekannten Pigmenttechnologie des Magdalénien. Organische Bindemittel sind nicht erhalten, aber aufgrund ethnografischer Parallelen werden Fette und Öle angenommen.

Wissenschaftliche Schlüsse

1
  • Die „Schachtszene“ – die einzige narrative Komposition in Lascaux, die einen verwundeten Bison, einen vogelköpfigen Menschen und ein Nashorn zeigt – wird von den meisten Forschern als Darstellung eines Jagdunfalls oder einer schamanischen Vision interpretiert, die genaue Bedeutung ist jedoch unbekannt.

Umstrittene Deutungen

1
  • Mehrere Forscher haben vorgeschlagen, dass einige Kompositionen in Lascaux Sternkarten oder saisonale astronomische Diagramme darstellen, basierend auf angeblichen Entsprechungen zwischen Tiergruppierungen und Sternbildern. Diese Interpretation wird von etablierten Archäoastronomen nicht akzeptiert.

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Standort

So zitieren Sie diese Seite

Atlas Anatolia. (17000). Lascaux. Atlas Anatolia. https://atlasanatolia.com/de/site/lascaux

Inhalte unter CC BY-SA 4.0 — bei Weiterverwendung Quellenangabe erforderlich.

Quellen

  • Lascaux: The Final PhotographsMario Ruspoli (1987)
  • Ministère de la Culture — LascauxLink

Forschungsarbeiten

Häufig gestellte Fragen

Wo befindet sich Lascaux?

Lascaux liegt in France.

Wie alt ist Lascaux?

Lascaux datiert ungefähr auf 17000 v. Chr. – 13000 v. Chr..

Warum ist Lascaux bedeutend?

Lascaux beweist, dass die kognitive Fähigkeit für komplexe darstellende Kunst – akkurate naturalistische Wiedergabe von Bewegung, perspektivische Überschneidungen, zusammengesetzte Szenen – beim Menschen bereits vor mindestens 17.000 Jahren voll entwickelt war, vermutlich sogar noch viel früher.

Ist Lascaux UNESCO-Welterbe?

Ja — Lascaux ist als UNESCO-Welterbe eingetragen.