Überblick
Knidos nimmt eine spektakuläre Position an der äußersten Spitze der Datça (Reşadiye) Halbinsel ein, wo sich die Ägäis und das Mittelmeer treffen. Die beiden Häfen der Stadt – ein militärischer und ein kommerzieller – flankieren eine schmale Landenge, die das Festland mit einer kleinen Insel (heute eine Halbinsel) verbindet und einen der markantesten antiken Stadtpläne im Mittelmeerraum schafft.
Knidos war eine der sechs Städte des Dorischen Hexapolis und erlangte dauerhaften Ruhm durch die Aphrodite von Knidos, geschaffen von Praxiteles um 350 BCE. Dies war die erste monumentale weibliche Aktstatue in der griechischen Kunstgeschichte, und sie wurde zu einem der berühmtesten Werke der Antike. Pilger reisten aus dem gesamten Mittelmeerraum an, um sie zu sehen, und zahlreiche antike Kopien zeugen von ihrem Ruhm. Das Original wurde nie gefunden.
"Knidos ist eine Stadt der Dorier, teils auf dem Festland und teils auf einer Insel erbaut. Sie verfügt über zwei Häfen."
— Strabo, ca. 7 v. Chr. - 23 n. Chr.
Über die Aphrodite hinaus war Knidos die Heimat von Eudoxus, dem Mathematiker und Astronomen, der die Proportionenlehre entwickelte und ein Modell konzentrischer Sphären zur Erklärung der Planetenbewegung vorschlug. Sostratus von Knidos wird traditionell der Bau des Leuchtturms von Alexandria, eines der Sieben Weltwunder, zugeschrieben. Die Stadt besaß auch eine berühmte Sonnenuhr und eine medizinische Schule, die mit der hippokratischen Tradition verbunden war.
Die Ruinen erstrecken sich über terrassierte Hänge mit Blick auf beide Häfen, darunter ein großes Theater, zwei kleinere Theater, Tempel (einschließlich des Rundtempels, der die Aphrodite beherbergte), eine Agora, Stoas und ein gut erhaltener korinthischer Tempel. Die dramatische Lage am Meer, die primär per Boot oder über eine lange Fahrt die Datça-Halbinsel hinunter erreichbar ist, hat die Stätte vor Überentwicklung bewahrt.

Topografische Vermessung der Ruinen von Knidos, die die Landenge und die beiden Häfen zeigt - Clarke Edward Daniel - 1824 | Edward Daniel Clarke (Public domain)

