Überblick
Jiaohe (chinesisch: „Zusammentreffende Flüsse“) nimmt eine schmale Löss-Mesa etwa 10 Kilometer westlich von Turpan im östlichen Xinjiang, China, ein. Zwei tiefe Flussschluchten isolieren das Plateau an drei Seiten und bilden eine natürliche Festung. Spätestens seit der Westlichen Han-Zeit (2.–1. Jahrhundert v. Chr.) diente es als Hauptstadt des Königreichs der Näheren Jushi (Cheshi); später wurde es ein militärisch-administrativer Sitz der Tang-Chinesen und bestand unter aufeinanderfolgenden Oasenregimen bis zur Aufgabe um das 14. Jahrhundert n. Chr. nach den Wirren der Mongolenzeit.
Im Gegensatz zu vielen zentralasiatischen Städten, die aus gebrannten Ziegeln in offenen Ebenen erbaut wurden, wurde ein Großteil von Jiaohe in den Löss gegraben – unterirdische und halbunterirdische Häuser, Tempel und Lagerräume – ergänzt durch oberirdische Lehmziegelbauten. Der Stadtplan weist eine klare axiale Straße, buddhistische Klöster, einen großen Stupa-Komplex und Verteidigungsmauern am Plateaurand auf. Winderosion hat die Ruinen in eine mondgelbe Landschaft verwandelt, die oft aus der Luft fotografiert wird.

Jiaohe City(Yarkhoto),Turpan,Xinjiang HY3 | Hiroooooo (CC BY-SA 3.0)
„Die Stadt Jiaohe steht auf einer Flussterrasse wie ein Schiff zwischen zwei Strömen; ihre Bewohner gruben Wohnstätten in die gelbe Erde, so dass die Klippe selbst zur Mauer wurde.“
— Paraphrase chinesischer geografischer Aufzeichnungen über die Hauptstadt der Näheren Jushi (Han- bis Tang-Tradition)
Japanische, chinesische und westliche Forscher dokumentierten die Stätte ab dem frühen 20. Jahrhundert; die systematische Konservierung wird unter dem chinesischen Kulturerbesystem fortgesetzt. Jiaohe ist Teil des umfassenderen UNESCO-Welterbes Seidenstraßen: das Routennetz des Chang'an-Tianshan-Korridors.

