Überblick
Fatehpur Sikri erhebt sich auf einem felsigen Grat westlich von Agra in Uttar Pradesh, Indien. Kaiser Akbar (reg. 1556–1605 n. Chr.) begann hier in den 1570er Jahren mit dem Bau, nachdem der Sufi-Heilige Shaikh Salim Chishti aus Sikri angeblich die Geburt seines Erben Jahangir vorhergesagt hatte. Die Stadt diente ab etwa 1571 als Akbars Hauptresidenz, bis er den Hof 1585–1586 wieder nach Agra verlegte; die Gründe für die Aufgabe sind umstritten (Wassermangel, strategische Verlagerung nach Nordwesten, Vollendung des symbolischen Programms), jedoch wurde der Ort nie vollständig entvölkert.
Die Stadt ist hauptsächlich aus rotem Sandstein mit weißem Marmorakzenten erbaut und vereint persische, hinduistische und jainistische Architekturelemente in einem Hof, der den religiösen Dialog pflegte. Das Buland Darwaza („Hohes Tor“) — über eine monumentale Treppe zu erreichen — erinnert an Akbars Gujarat-Feldzug (1573). Der Diwan-i-Khas (Halle der Privataudienzen) enthält die zentrale Säule mit einem geschwungenen, von Kragsteinen getragenen Balkon, auf dem Akbar Gelehrte vieler Glaubensrichtungen empfangen haben soll. Der Panch Mahal ist ein fünfstöckiger Pavillon abnehmender Größe; die Jama Masjid und das weiße Marmorgrab von Shaikh Salim Chishti sind weiterhin aktive Pilgerziele.

Fatehput Sikiri Buland Darwaza Tor 2010 | Marcin Białek (CC BY-SA 3.0)
„Seine Majestät gewährt Audienz für Menschen aller Art und jeden Standes und führt Religionsgespräche mit Gelehrten jedes Glaubens.“
— Abu’l-Fazl, Akbarnama, über Akbars Hof in Fatehpur Sikri (ca. 1590er Jahre)
Fatehpur Sikri ist Teil des touristischen Goldenen Dreiecks mit Agra (Taj Mahal) und Delhi. Der Archaeological Survey of India verwaltet die Ruinen; die UNESCO nahm sie 1986 in die Welterbeliste auf. Trotz der kurzen Nutzungsdauer ist die Stadt für das Verständnis von Akbars Staatskunst, seiner synkretistischen Hofkultur und dem mogulischen Städtebau unverzichtbar.
