Überblick
Bursa – das antike Prusa ad Olympum – liegt am Fuße des Uludağ (des antiken Mysischen Olymp), des höchsten Berges Nordwestanatoliens. Der Überlieferung nach wurde die Stadt um 187 v. Chr. vom bithynischen König Prusias I. gegründet und nach ihm benannt. Sie erlangte früh Berühmtheit für ihre therapeutischen Thermalquellen, die Besucher aus der gesamten antiken Welt anzogen. Plinius der Ältere lobte die Qualität der Thermalwässer, die noch heute Besucher in den Stadtteil Çekirge locken.
Unter römischer und byzantinischer Herrschaft diente Prusa als wohlhabende Provinzstadt, doch ihre weltgeschichtliche Bedeutung begann 1326, als Orhan Gazi, der zweite osmanische Sultan, die Stadt von den Byzantinern eroberte und sie zur ersten Hauptstadt des aufstrebenden Osmanischen Staates machte. Fast ein Jahrhundert lang war Bursa der Sitz der osmanischen Macht, und die frühen osmanischen Monumente der Stadt repräsentieren die Formationsphase einer Zivilisation, die sich schließlich über drei Kontinente erstrecken sollte.
"Bursa ist eine große und bevölkerungsreiche Stadt mit schönen Basaren und breiten Straßen."
— Ibn Battuta, ca. 1331
Die Gräber von Osman Gazi (Gründer der Dynastie) und Orhan Gazi stehen auf dem antiken Zitadellenhügel und markieren Bursa als spirituellen Geburtsort der osmanischen Dynastie. Die Ulu Cami (Große Moschee), 1399 von Sultan Bayezid I. erbaut, ist eine der frühesten monumentalen osmanischen Moscheen mit zwanzig Kuppeln und bemerkenswerten kalligrafischen Tafeln. Die Grüne Moschee (Yeşil Cami) und das dazugehörige Grüne Mausoleum (Yeşil Türbe), in den 1420er Jahren für Sultan Mehmed I. errichtet, sind Meisterwerke der frühen osmanischen Architektur mit exquisiten İznik-Fliesen in Blau-, Grün- und Türkistönen, die dem Komplex seinen Namen gaben.
Der Muradiye-Komplex, in den 1420er Jahren von Sultan Murad II. erbaut, beherbergt die Gräber mehrerer osmanischer Prinzen und ist von Gärten umgeben, die die osmanische Integration von Architektur und Landschaft beispielhaft verkörpern. Der Koza Han (Seidenbasar), 1491 erbaut, spiegelt Bursas zentrale Rolle im Seidenstraßenhandel wider – die Stadt war der westliche Endpunkt der Überland-Seidenroute und ein bedeutendes Zentrum der Seidenweberei, das bis heute fortbesteht.
Das nahe gelegene Dorf Cumalıkızık, eine UNESCO-Welterbestätte, bewahrt ein außergewöhnliches Ensemble von 270 osmanischen Häusern aus dem 14. Jahrhundert und bietet ein bemerkenswert intaktes Bild des frühen osmanischen ländlichen Lebens. Zusammen bilden Bursas Monumente eine UNESCO-Welterbestätte, die für die Geburt des osmanischen Stadtmodells anerkannt ist, das im gesamten Reich repliziert werden sollte.

Antike Stadt Ephesus, 2. April 2024 | Elif Berra Bursa (CC0)


