Überblick
Beycesultan ist ein großer Tell (künstlicher Hügel) im oberen Mäandertal der Provinz Denizli in Westanatolien. Ausgrabungen haben eine bedeutende bronzezeitliche Siedlung zutage gefördert, die eines der wichtigsten Machtzentren Westanatoliens während des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr. war – zeitgleich mit, aber unabhängig von der großen hethitischen Zivilisation im Osten.
Das bedeutendste Merkmal der Stätte ist ein großer spätbronzezeitlicher Palast (ca. 1900–1750 v. Chr.), der durch einen Brand zerstört wurde, was paradoxerweise seinen Inhalt und architektonische Details konservierte. Der Palast weist eine markante Halle mit einer zentralen Feuerstelle und einer erhöhten Plattform an einem Ende auf – ein Grundriss, der dem späteren griechischen Megaron, der rechteckigen Halle, die zur Grundform des griechischen Tempels wurde, stark ähnelt. Dies hat Wissenschaftler zu der Annahme geführt, dass das Megaron-Konzept in der anatolischen Architektur seinen Ursprung hat.
"Das Land Arzawa ist ein großes Königreich, und sein König ist dem König von Hatti gleichgestellt."
— Hethitische diplomatische Korrespondenz, ca. 14. Jahrhundert v. Chr.
Frühere Schichten in Beycesultan umfassen einen bemerkenswerten frühbronzezeitlichen Schrein-Komplex mit gepaarten Tempeln, die charakteristische Kultinstallationen wie Blutrinnen und hornförmige Altarelemente aufweisen. Diese Schreine liefern einzigartige Belege für bronzezeitliche anatolische Religionspraktiken in einer Region, die durch zeitgenössische Texte nur schlecht dokumentiert ist.
Die Lage der Siedlung im oberen Mäandertal platziert sie an der Schnittstelle ägäischer und zentralanatolischer Kulturzonen. Die Stätte könnte mit dem antiken Arzawa, einem mächtigen westanatolischen Königreich, das in hethitischen Texten als Rivale erwähnt wird, identisch sein, auch wenn diese Identifizierung weiterhin umstritten ist.

Beycesultan Trommel 24 | Ingeborg Simon (CC BY-SA 3.0)

