Überblick
Die Basilika-Zisterne (Yerebatan Sarnıcı, "Versunkene Zisterne") liegt wenige Meter unter Straßenniveau im Stadtteil Sultanahmet in Istanbul, nur einen kurzen Spaziergang von der Hagia Sophia und der Blue Mosque entfernt. Kaiser Justinian I. ließ sie im 6. Jahrhundert n. Chr. erbauen, um gefiltertes Wasser für den Großen Palast und umliegende Gebäude zu speichern. Der Name "Basilika" stammt von einem öffentlichen Platz, der einst darüber lag.
Die Kammer misst etwa 138 mal 65 Meter und kann ungefähr 80.000 Kubikmeter Wasser fassen. 336 Säulen — meist ionische und korinthische Kapitelle, die von älteren Bauwerken wiederverwendet wurden — ragen in zwölf Reihen vom Boden auf. Zwei Säulen ruhen auf geschnitzten Medusenhäuptern, eines verkehrt herum und eines seitlich, wahrscheinlich aus Gründen der Größe und nicht aus Aberglauben platziert, obwohl Legenden gedeihen. In den 1980er Jahren installierte Stege ermöglichen Besuchern, den Säulenwald über knöcheltiefem Wasser zu umrunden, das mit Karpfen besetzt ist.
Osmanische Sultane unterhielten die Zisterne, bis moderne Leitungen sie überflüssig machten; sie geriet bei vielen in Vergessenheit, bis der französische Gelehrte Petrus Gyllius sie 1545 wiederentdeckte. Heute ist sie ein Museum und gelegentlicher Konzertort. Ihre kühle, spiegelnde Dunkelheit bietet ein radikal anderes Sinneserlebnis als die sonnenbeschienenen Kuppeln darüber.
