Überblick
Yalvaç – das antike Antiochia in Pisidien – nimmt eine strategische Position an der Straße zwischen der Ägäisküste und dem anatolischen Inland ein, nahe der malerischen Seengegend der Provinz Isparta. Die Stadt wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. von der Seleukidendynastie gegründet und später von Augustus als römische Kolonie etabliert. Sie entwickelte sich zu einem der wichtigsten urbanen Zentren Zentralanatoliens.
Die Stätte ist von besonderer Bedeutung für die Geschichte des Christentums. Gemäß der Apostelgeschichte (Kapitel 13-14) besuchte der heilige Paulus Antiochia in Pisidien während seiner ersten Missionsreise um 46-48 n. Chr. und hielt seine erste überlieferte Predigt in der Synagoge der Stadt. Diese Predigt, in der er die theologische Grundlage darlegte, dass das Christentum die Erfüllung der jüdischen Prophezeiungen sei, markiert einen entscheidenden Moment bei der Ausbreitung des Christentums über die jüdische Gemeinschaft hinaus.
"Antiochia in Pisidien ist eine römische Kolonie. Ich habe die Stadt und den See davor selbst gesehen."
— Strabo, ca. 7 v. Chr. - 23 n. Chr.
Das monumentale Heiligtum des Augustus (der Kaiserkulttempel) dominiert die Oberstadt und umfasst ein Propylon, einen Temenos und einen halbkreisförmigen Platz. Die Res Gestae – Augustus' Bericht über seine Taten – war in die Tempelwände eingemeißelt; Fragmente davon liefern wichtige textliche Belege für dieses zentrale römische Dokument. Das darunter liegende städtische Zentrum umfasst ein großes Theater, ein Badekomplex, Säulenstraßen und ein Aquädukt.
Das Yalvaç-Museum beherbergt eine herausragende Sammlung von Artefakten der Stätte, darunter Inschriften, Skulpturen und Architekturelemente, die das Leben der Stadt über Jahrhunderte dokumentieren.

Yalvac Ev - panoramio | Gökceler (CC BY-SA 3.0)

