Überblick
Der Temple of Heaven (Tiantan) nimmt einen von Mauern umgebenen Park von etwa 273 Hektar im Bezirk Dongcheng von Peking ein, südlich der Forbidden City entlang der zentralen Achse der Stadt. Der Yongle-Kaiser der Ming-Dynastie schuf den Komplex im frühen 15. Jahrhundert als Gegenstück zu seinem neuen Kaiserpalast: Während die Forbidden City die irdische Residenz des Kaisers war, war der Temple of Heaven der Ort, an dem er als Son of Heaven Riten vollzog.
Der architektonische Höhepunkt ist die Hall of Prayer for Good Harvests (Qinian Dian), eine kreisförmige Holzhalle mit Dreifachgiebel, die auf einer dreistufigen Marmorterrasse errichtet wurde und nach einem Blitzbrand im Jahr 1889 in ihrer heutigen Form wiederaufgebaut wurde. Der Kaiser betete hier zur Wintersonnenwende um reiche Ernten. Im Süden dienten der Circular Mound Altar (Huanqiu Tan) und das Imperial Vault of Heaven (Huangqiong Yu) ergänzenden Ritualen, die die quadratische Erde mit dem runden Himmel verbanden.
Die Qing-Herrscher führten die Riten bis zur Abdankung 1912 fort und passten sie an. Der Park wurde 1918 für die Öffentlichkeit geöffnet und 1998 als Teil einer seriellen Einschreibung mit der Forbidden City und dem Summer Palace zum UNESCO World Heritage Site erklärt. Morgendliches Tai-Chi unter Zypressen und der Anblick der blau gedeckten Hall of Prayer for Good Harvests vor dem Pekinger Smog oder Schnee machen ihn zu einem der meistfotografierten Monumente Chinas.
