Überblick
Ha'amonga 'a Maui (tonganisch: „Last des Maui“) steht an der Nordostküste von Tongatapu, der Hauptinsel des Königreichs Tonga, nahe der kleinen Stadt Niutoua. Das Monument besteht aus drei massiven Platten aus Korallenkalk: zwei aufrechten Pfosten von etwa 4,9 Metern Höhe und jeweils rund 40 Tonnen Gewicht, die einen horizontalen Deckstein von 5,8 Metern Länge tragen. Zusammen bilden sie ein Trilithon — ein Tor —, dessen Bauform den Trilithonen von Stonehenge in England bemerkenswert ähnlich ist, obwohl die beiden Monumente Tausende von Jahren und Tausende von Meilen trennen.
Das Monument wurde um 1200 n. Chr. nach tonganischer mündlicher Überlieferung vom 11. Tu'i Tonga (Oberkönig) Taufa'ahau errichtet. Es diente als Tor zur königlichen Residenz in Heketa, und der Deckstein trägt eine in seine Oberseite eingearbeitete Rille, die in den 1960er Jahren von König Taufa'ahau Tupou IV. (einem Nachfahren der Tu'i Tonga) als Sonnenkalendermarkierung interpretiert wurde: Er schlug vor, dass die Rille mit dem Aufgang der Sonne zur Sommer- und Wintersonnenwende fluchtet und es dem König so ermöglichte, den landwirtschaftlichen Kalender zu bestimmen. Diese Interpretation ist vielfach diskutiert worden, doch eine astronomische Bestätigung ist umstritten.
Der Name „Last des Maui“ bezieht sich auf den polynesischen Halbgott Maui, und die Überlieferung besagt, dass er die Steine aus Fidschi auf einem Joch über seinen Schultern herbeigetragen habe. Nüchterner betrachtet wurde der Korallenkalk in der Nähe abgebaut, doch das Bewegen und Aufrichten von 40 Tonnen schweren Platten ohne metallene Werkzeuge oder Radfahrzeuge war eine außerordentliche Ingenieurleistung. Zwei kleinere Steinstrukturen nahe dem Ort — die königlichen Gräber von Langi Heketa — deuten darauf hin, dass das Gebiet ein bedeutendes königliches und sakrales Zentrum für die Dynastie der Tu'i Tonga war.
