Überblick
Das Göreme Freilichtmuseum ist das konzentrierte Herz des klösterlichen Erbes Kappadokiens – eine Ansammlung von Felsenkirchen, Kapellen und Refektorien, die in die weichen Tuffformationen gemeißelt sind, die diese außerirdische Landschaft prägen. Die Vulkanausbrüche des Erciyes und des Hasan vor Millionen von Jahren lagerten dicke Ascheschichten ab, die zu Tuffstein erstarrten, den Wind und Wasser zu den Kegeln, Säulen und „Feenkaminen“ formten, die Kappadokien unverwechselbar machen.
Frühe Christen, die vor römischer Verfolgung flohen, entdeckten, dass der weiche Fels ideal zum Behauen war. Bis zum 4. Jahrhundert CE hatten anachoretische Mönche hier Einsiedeleien errichtet. Die Region blühte vom 6. bis zum 13. Jahrhundert als klösterliches Zentrum auf und brachte hunderte von Felsenkirchen hervor, die mit lebendigen Fresken geschmückt sind, die biblische Szenen, Heilige und geometrische Muster darstellen.
"In Kappadokien sind die Berge hohl, und die Menschen graben ihre Häuser aus dem Fels."
— Xenophon, Anabasis IV.5.25, 401 v. Chr.
Die Dunkle Kirche (Karanlik Kilise) mit ihren bemerkenswert gut erhaltenen Fresken aus dem 11. Jahrhundert ist das Juwel des Komplexes. Die Schnallenkirche (Tokali Kilise), die größte in Göreme, weist einen umfangreichen Zyklus von neutestamentlichen Szenen auf. Die Apfelkirche (Elmali Kilise) und die Schlangenkirche (Yilanli Kilise) bieten jeweils ein eigenständiges künstlerisches Programm, das die Entwicklung der byzantinischen Provinzkunst beleuchtet.
Jenseits des Museums umfasst die weitere kappadokische Landschaft unterirdische Städte wie Derinkuyu und Kaymakli, die Täler von Zelve und Ihlara sowie den Burgfelsen von Uchisar – eine Zivilisation, die gänzlich in Stein gemeißelt ist.

Göreme Open Air Museum 01 | Bernard Gagnon (CC BY-SA 3.0)


