Überblick
Arslantepe ist ein monumentaler Tell (künstlicher Siedlungshügel), der sich 30 Meter über die Ebene von Malatya in Ostanatolien erhebt und Schicht um Schicht menschlicher Besiedlung über mehr als 7.000 Jahre enthält. Die 2021 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommene Stätte hat das wissenschaftliche Verständnis der frühen Staatsbildung und metallurgischen Innovation grundlegend verändert.
Die revolutionärsten Entdeckungen in Arslantepe stammen aus dem späten 4. Jahrtausend v. Chr. (Übergang Spätchalkolithikum/Frühbronzezeit), als der Ort eine der frühesten protostaatlichen Gesellschaften der Welt beherbergte. Ein monumentaler Palastkomplex aus dieser Zeit mit Wandmalereien, Lagerräumen mit Tausenden von Siegelabdrücken und zentralisierten Verteilungssystemen liefert Belege für einen hochentwickelten Verwaltungsapparat, der den mesopotamischen Staatsmodellen vorausgeht.
"Das Land Malatya ist reich an Kupfer und bringt feine Früchte hervor."
— Strabo, Geographica, ca. 7 v. Chr. - 23 n. Chr.
Am bemerkenswertesten sind die frühesten bekannten Schwerter aus Arslantepe – Waffen aus arsenhaltigem Kupfer mit einer Länge von über 60 Zentimetern, die auf etwa 3300–3000 v. Chr. datiert werden. Diese Waffen, zu lang für bloße Dolche, stellen einen konzeptionellen Sprung in der Metallurgietechnologie und Kriegsführung dar. Die Schwerter wurden zusammen mit anderen Metallobjekten in einem königlichen Grab oder rituellen Depot gefunden.
In späteren Perioden wurde Arslantepe zu Melid, der Hauptstadt eines neo-hethitischen Königreichs. Der Name der Stätte leitet sich von Steinskulpturen von Löwen (Arslan = Löwe auf Türkisch) ab, die auf der neo-hethitischen Ebene gefunden wurden. Der Hügel wurde bis in die Römerzeit weiter besiedelt und bildet eine der vollständigsten archäologischen Abfolgen im Alten Orient.

Arslantepe-Ruinen, Malatya 17 | Zeynel Cebeci (CC BY-SA 4.0)

